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Erster Schenktag in Buchloe

„Es gibt nichts geschenkt!“ oder „Umsonst ist der Tod“ – jeder kennt solche Sprüche, die im Grunde verdeutlichen sollen, dass es in der heutigen Gesellschaft nichts mehr ohne eine Form der Gegenleistung gibt. Doch wie das berühmte gallische Dorf gibt es auch hier Menschen, die sich gegen diese Einstellung wehren und Anderen selbstlos zur Seite stehen. Zu diesen gehören mit Sicherheit auch die Damen und Herren, die sich in der Arbeiterwohlfahrt oder kurz AWO engagieren.

Mit seiner jüngsten Aktion zeigte der Buchloer Ortsverband der AWO, dass es doch etwas geschenkt gibt. Am 7. November führte er den 1. Schenk-Tag in Buchloe durch. Unter dem Motto „Verschenken statt Wegwerfen“ wurde die Plattform geboten, um Sachen aus dem Keller heraus wieder zurück in den Kreislauf zu geben. Die Idee zu diesem Schenk-Tag kam aus der Transition-Town Bewegung, so Mitorganisator und AWO-Vorstand Robert Protschka. Diese sozial-ökologisch Idee fördert insbesondere die lokale Wirtschaft und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

„In den letzten Nächten haben wir nicht so gut geschlafen,“ erzählten die Organisator. „Werden genügend Waren abgegeben werden? Kommen auch Leute, die die Geschenke annehmen werden?“ und ähnlich Fragen beschäftigten sie. Doch die Bedenken waren völlig unnötig. Am Samstagmorgen kamen viele Leute in der Aula der Mittelschule vorbei, um Haushaltsgeräte, Geschirr, Taschen, Büroartikel, Bücher, DVDs, Kinderspielzeug und andere Dinge abzugeben, die zu schade sind, sie wegzuwerfen, die aber von ihren Besitzern nicht mehr verwendet werden und so nur Staub ansetzten. Dabei führten die Organisatoren eine Eingangskontrolle durch, um sicherzustellen, dass kein Müll abgegeben wurde. „Wir wollen nicht entrümpeln, sondern anderen Leuten eine Freude machen.“ Das sah auch der überwältigende Teil der Spender so und bald kamen die gut zwanzig Helfer kaum noch hinterher, die Dinge auf den Tischen und Stufen der Aula zu verteilen.

Bereits ab 13.00 Uhr versammelten sich wieder viele Menschen vor den Türen. Bevor diese sich aber öffneten, richtet kurz Bürgermeister Josef Schweinberger als Schirmherr sein Wort an die Anwesenden. „Schenken kommt vom Herzen,“ betonte er und dankte der AWO für die Organisation. Ab 13.30 konnten die Besucher dann in die Aula hinein und in den vielen Dingen stöbern, die auf einen neuen Besitzer warteten. Dabei konnte man viele glückliche Gesichter sehen, wenn etwas Interessantes gefunden wurde. Besonders leuchteten die Augen der Kinder, wenn sie ein tolles „neues“ Spielzeug ergattern konnten.

Neben der Nachhaltigkeit gehört auch der Spaß an der Sache mit zur Transition-Town Bewegung und so war neben den vielen tollen Sachen auch für kulinarische und akustische Unterhaltung gesorgt. Im Schülerkaffee gab es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen und dazu spielte die Band Time Pieces Jazz, Bossa Nova und Pop-Cover.

Nachdem die letzten Gäste die Aula verlassen hatten, zogen die Organisatoren ein durchweg positives Fazit. Gut siebzig Prozent des Angebots hatte einen neuen Besitzer gefunden, der Rest wurde eingepackt und an das Sozialkaufhaus AufWind in Kaufbeuren gespendet. Ebenso freute sich das Team darüber, dass die Besucher nett miteinander umgegangen sind und es kein Streit um die Gegenstände gab. So wird es im nächsten Jahr sicherlich eine Neuauflage des Schenk-Tages geben.