© 2014 . All rights reserved.

Eröffnungsfeier Windräder

Auch der  dichte Nebel konnte keinen dran hindern,  zur Einweihungsfeier der Windräder von Bürgerwind Lamerdingen zu finden. Neben den vielen Investoren kamen auch weitere Interessierte in das große Festzelt am Fuße des  Windrades.  Auf den Tischen standen kleine Exemplare als Dekoration. An diesen konnten die Gäste auch die Flügel sehen,  die bei den eigentlichen Protagonisten des Nachmittags im dichten Nebel verborgen blieben.

Zur Einstimmung wurden auf einer Leinwand Bilder vom Bau der beiden Giganten gezeigt.  Währenddessen könnten sich die Gäste mit Kaffee und Kuchen stärken, bevor der offizielle Teil begann. Eins der Lieder der musikalischen Begleitung war passenderweise „Wind of change“ von den Scorpions.

Auch Bürgermeister Konrad Schulze merkte in seiner Ansprache an,  dass jetzt ein anderer Wind in der Gemeinde weht. Dass er immer von „unserer Anlage“  spreche,  zeige die Besonderheit der Anlage –  sie entstand als Bürgeranlage. Die Gemeinde sei zwar schon seit einiger Zeit energetisch autark,  bisher aber vorrangig über Photovoltaik. Sie beteiligt sich mit 10.000 € an der Anlage, um auch hier weiter aktiv für erneuerbare Energien zu stehen. Konrad Schulze bedauerte nur,  dass es keinen roten Knopf gab.  Eine Anlage war aber schon im Betrieb,  die zweite wird nächste Woche folgen. Pfarrer Andreas Pela sorgte mit seiner anschließenden Segnung für den notwendigen göttlichen Beistand.

Der stellvertretende Landrat Lars Leveringhaus betonte, dass sich der Landkreis über jedes errichtete Windrad freue.  Diese Anlage hier sei mit Beteiligung der Bürger ein Idealfall, den dies bedeutet auch immer Akzeptanz. Zustimmenden Applaus erhielt er für seine Bemerkung, dass der Investionsbetrag der Gemeinde vielleicht etwas unmutig gewesen sei.

Günther Beermann, Landesvorstand Bayern des Bundesverband WindEnergie, trübte mit seiner Rede etwas die gute Stimmung. So gratulierte er den Investoren, dass sie ein Zeichen für schadstofffreie Stromerzeugung gesetzt hätten. Gleichzeitig betonte er aber, dass dies wohl eins der letzten Windräder in Bayern sei, da die Politik derzeit alle tut, um den weiteren Ausbau dieser Energie zu behindern. Er kritisierte insbesondere die umwelt- und energiepolitischen Wendemanöver von Ministerpräsident Seehofer.

Auch Robert Sing, einer der Initiatoren der Anlage, berichtete von vielen Widerständen, die überwunden werden mussten, bevor hier Strom produziert werden konnte. Es gab Einsprüche von Seiten der Bundeswehr oder der Sendeanlage Wertachtal und intensiven Vogelbeobachtungen besonders wegen Rotmilan und Rohrweihe. So blieb am Ende von 26 Bauvoranfragen nur ein möglicher Bauplatz übrig. Nachdem trotz politischem Gegenwind im Januar die Genehmigung erteilt wurde, begannen im Juni die Bauarbeiten, bei denen jeweils 3000 Tonnen Material pro Windrad verbaut wurden. Zusammen sollen beide Anlagen nun rund 12.000 MWh Kilowattstunden Strom pro Jahr produzierten, was einem Verbrauch von ca. 7.000 Privatpersonen entspricht.

Technische Daten:

2x Nordex N117/2400
Nabenhöhe: 141 m
Gesamthöhe: 199 m
Gewicht Rotorstern: 60 t
Flügellänge: 58 m