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Wasser Halt! Hochwasserschutzanlagen hautnah

Investitionen in den Hochwasserschutz haben oftmals ein Imageproblem. Wenn dieser nämlich funktioniert, gibt es das Problem nicht mehr und man einer fragt sich, warum das ganze Geld ausgegeben wurde. Vor Ort nimmt der Zweckverband Hochwasserschutz Gennach-Hühnerbach dabei gerade richtig viel Geld in die Hand und investiert ca. 22 Millionen Euro in einen durchgehenden Hochwasserschutz von der Quelle bis zur Mündung. Die Europäische Union und das Bayerische Umweltministerium übernehmen davon ca. 14 Millionen als Förderung.

Immer wieder führten Hochwasserereignisse, wie z.B. das Pfingsthochwasser 1999, zur Überflutung große bebauter Gebiete. Nach langen Verhandlungen wurde dann im November 2007 der Zweckverband gegründet. Bisher einmalig ist dabei, dass alle betroffenen Gemeinden, die am Verlauf dieser Gewässer liegen, an dem Zweckverband beteiligt sind.

Um interessierten Bürgern einmal einen Einblick auf die bereits umgesetzten Maßnahmen zu geben, hat der Ortsverband der CSU gemeinsam mit der CSU-Fraktion im Stadtrat zu einer Informationsfahrt zu den Hochwasserrückhaltebecken ein. Am 9. November ging es früh an der Schwimmhalle los. Bürgermeister Josef Schweinberger, Vorsitzender des Zweckverbandes, übernahm die Moderation der Fahrt und erzählt viel über die Entstehungsgeschichte und natürlich zu den einzelnen Bauwerken.

Die Fahrt führt vom erst im Mai eingeweihten Sickerbecken in Weinhausen über die Rückhaltebecken Blonhofen, Blätzengraben, Thalhofen, Krebsgraben und „Indianer“ bei Bidingen. Dabei konnten sich die Gäste einen guten Eindruck über die verschiedenen technischen Lösungen verschaffen, die je nach Gegebenheit das Wasser zurückhalten sollen. Besonders imposant war dabei der Kontrast vom eher unauffälligen Damm im Krebsgraben zum massiven Bauwerk des Beckens Indianer. Insgesamt können alle Einrichtungen zusammen mehr als 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten. Diese Menge verwundert oftmals im Angesicht der relative kleinen „Bäche“, doch das Problem ist insbesondere das Oberflächenwasser, das sich auf den großen Talflanken nach Starkregenereignissen sammelt, nicht schnell genug versickern kann und daher reguliert werden muss, um keinen großen Schaden anzurichten.

Die investierten Mittel, auch für den weiteren Erhalt und die Pflege der Einrichtungen, sind auf jeden Fall gut investiert. Sie sind gemäß Aussage Schweinbergers um Größenordnungen geringer, als die Kosten, die durch ein unkontrolliertes Hochwasser verursacht werden.