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60 und kein bisschen leise

Dass so viele Besucher trotz des herrlichen Wetters in die Kirche gekommen waren, freute den Charles B. Logan ganz besonders. Grund dafür war das Konzert des Gospelchors „Sweet 60’s“ aus Landsberg unter seiner Leitung. Die Pfarrkirche St. Anna in Waal war zwar nicht überfüllt, doch es hatten sich reichlich Zuhörer am Sonntagnachmittag eingefunden, um den 40 Sängerinnen und Sängern zu lauschen.

Auf dem Plan standen  traditionelle Gospels und Spirituals sowie neuzeitliche Stücke bekannter Interpreten und schon mit dem ersten Stück „We shall overcome“ zeigte der Chor, dass dies ein musikalisch vorzüglicher Nachmittag werden würde. Zuerst nur von ganz wenigen Stimmen vorgetragen stimmte erst der Alt, dann der Sopran und schließlich die Herren mit Bass und Tenor ein und füllten die Kirche mit ihren kraftvollen Stimmen. Tempowechsel oder auch die Kunst in den verschiedenen Stimmen ganz unterschiedliche Melodien zu singen waren kein Problem für den Chor.

Dabei waren hier keine Profis am Werk sondern Senioren, die mindestens 60 Jahre alt waren. Darauf wird im Chor auch streng geachtet, erst nach dem sechzigstem Geburtstag kann man aufgenommen werden. Der älteste Sänger ist dabei 84 Jahre alt. Jeden Montag treffen sie sich zum gemeinsamen Proben und das seit nunmehr fünf Jahren. Charles Logan hat als farbiger Amerikaner dabei den Gospel im Blut und in der Art und Weise wie er den Chor führt, ist diese Hingabe deutlich zu sehen.

Er führte auch mit einer gekonnten Moderation durch das Programm und animierte das Publikum zum Mitmachen. Dieses ließ sich nicht lange bitten und bei Liedern wie „I will follow him“ aus Sister Act oder „Joshua fit the Battle of Jericho“ konnte man auch nur schwer ruhig auf den Bänken sitzen bleiben.

Der Chor präsentierte alle Lieder kraftvoll, gut intoniert und über alle Stimmen harmonisch. Dies traf sowohl auf die mitreißenden als auch auf die ruhigen Lieder wie „I have a Dream“ oder „The Rose“ zu. Dabei wurden die Sänger von dem bekannten Pianisten Michael Armann auch München begleitet, der beim „Swing Low“ auch sein hervorragendes Improvisationstalent unter Beweis stellte.

Nach einer guten Stunde war das Konzert eigentlich beendet, doch der viele Applaus sorgte dafür, dass die Sänger erst nach drei Zugaben die Bühne verlassen durften. Das letzte Lied  „Amen“ sangen Chor und Publikum gemeinsam.

Der Konzertbesuch war kostenfrei, doch der Bitte um Spenden folgte das Publikum gerne und großzügig. Den Erlös geht zu gleichen Teilen an den Chor und in den Erhalt der Kirche in Waal.