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Chorkonzert in Lamerdingen

„Platz ist in der kleinsten Hütte“ lautet ein Sprichwort, doch wenn hervorragende Musiker zu einem Konzert einladen, kann es selbst in einer großen Kirche ziemlich eng zugehen. Und so war es auch am 7. Juli in der Pfarrkirche St. Martin in Lamerdingen. Hier ging es gleich mehrfach eng zu, denn einerseits drängten sich die Zuhörer auf den Kirchenbänken und anderseits die Musiker im Altarraum. Sowohl die 24 Musiker des Königsbrunner Kammerorchesters samt ihrer Instrumente als auch die 33 Sänger und Sängerinnen der Singgemeinschaft Lamerdingen benötigten dort einen Platz. Gemeinsam gestalteten sie das „Sommerabendkonzert“. Die Königsbrunner Musiker begannen das Konzert mit einer Ouvertüre D-Dur von Johann Christian Bach. Geleitet wurden sie von Christoph Teichner, der direkt vom Cembalo aus dirigierte. Zwischen den Stücken übernahm er die Moderation und erzählte spannendes Hintergrundwissen zu den Werken. Die Musiker boten ihre Werke hervorragend dar und konnten von Anfang an eine hohe Präsenz in der Kirche erzeugen, ohne die Zuhörer zu erschlagen. Sie beherrschten meisterlich das Spiel mit den Harmonien und hauchten der Musik viel Lebendigkeit ein. Die einzigen beiden Stücke eines bekannten klassischen Komponisten, sie stammten von Wolfgang Amadeus Mozart, folgten und hier übernahm die Singgemeinschaft Lamerdingen eine wichtige Rolle. Kerstin Klotz übernahm das Dirigentenpult und gemeinsam boten sie das Regina Coeli dar. Den Solopart übernahm die Sopranistin Cornelia Utz, die mit ihrer Stimme zaubern konnte. Nach Mozarts Kirchensonate in C-Dur ging es dann wieder zu unbekannteren Komponisten. Das Kammerorchester brachte eine Ouvertüre von Friedrich Hartmann Graf zu Gehör. Graf war Musikdirektor in Augsburg und litt unter der Einschätzung Mozarts, er sei ein wenig begabter Komponist. Mit einer solchen Bewertung verschwinden Werke natürlich schnell, doch gerade das Wiederentdecken solcher „vergessenen“ Komponisten ist ein Anliegen von Christoph Teichner. Auch das letzte offizielle Stück, das wieder Chor und Orchester gemeinsam darboten, gehörte zu dieser Kategorie. Mit Georg Reuters Te Deum in C-Dur zeigten alle Musiker noch einmal das hervorragende Ergebnis vieler Proben im Vorfeld und ließen einmal mehr vergessen, dass sie eigentlich „nur“ Laienmusiker sind. Natürlich erhielten sie ihren verdienten Lohn in Form langanhaltenden Applauses, der für das Publikum eine Zugabe brachte – das Präludium des Te Deum von Marc-Antoine Charpentier. Wenig bekannt hier ist allerdings nur der Komponist, das Werk hat fast jeder schon einmal gehört, denn das Hauptthema des Stückes ist die Eurovisionsfanfare.