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Ministerpräsidentenbesuch beim VfL ;-)

Die Skiabteilung des VfL Buchloe etabliert sich langsam als Kulturveranstalter in der Gennachstadt. Bereits die erste Veranstaltung vor zwei Jahren mit Maxi Schafroth war ein großer Erfolg. Daran wurde am 06. April mit dem Auftritt von Wolfgang Krebs & Den Bayerischen Löwen mit ihrem Programm „So ‘a riesen Gaudi“ angeknüpft.

Bereits ab 19:00 Uhr strömten die Gäste in die Sporthalle des VfL Buchloe, wo sie sich erst einmal für die kommenden Stunden stärken konnten. Das Catering übernahmen neben den Auf- und Abbau die vierzig freiwilligen Helfer der Skiabteilung, die sich über 550 zahlende Gäste freuten.

Um 20:00 Uhr betraten dann fünf junge Herren in Tracht mit Blasinstrumenten die Bühne. Das war aber auch schon fast das einzige Traditionelle, was diese Herren mitbrachten. Ihre Musik war alles andere als altbacken.

Bereits am Anfang machten sie zu Klängen aus „Der König der Löwen“ und „The Lion sleeps tonight“ klar, dass sie ihren Namen zu Recht tragen und nicht nur Schnurren sondern kraftvoll Brüllen (respektive Singen und Musizieren) können. Die Bayerischen Löwen stellen  dabei traditionellen Blechklängen sonore A-cappella-Weisen gegenüber. Selbstbewusst heißt es auch gleich in Eröffnungslied: „Bayerische Blechgesänge – dies muss Löwenmuse sein“.

Im Laufe des Programms gestalteten sie die Pausen, in denen Wolfgang Krebs in seine Figuren schlüpfte. Dabei setzten sie mit ihren Interpretationen eines breiten Musikspektrums vom klassischen Figaro bis zu Queen einen hervorragenden Kontrapunkt zu dessen politischen Kabarett.

Wolfgang Krebs nahm mit spitzer Zunge und einem sicheren Auge für die kleinen Marotten seiner „Vorbilder“ die Politik und ihre Macher aufs Korn. Dazu schlüpfte er in die Rollen der Dreifaltigkeit der bayerischen Ministerpräsidenten – Stoiber, Beckstein und Seehofer und nicht zu vergessen auch in die von Schorsch Schöberl, dem Vorsitzenden von allen 30 Vereinen seines Ortes. Der hat es ziemlich schwer, denn „es machen im Vereinsleben allerweil die Gleichen die Arbeit, und nie die aus dem Neubaugebiet!“ Wolfgang Krebs flocht auch immer wieder geschickt Lokalkolorit mit ein, wie bei einer wie nebenbei eingeworfenen Bemerkung zum Thema Krankenhaus und hatte dabei immer das Publikum auf seiner Seite.

Derb zur Sache ging es in den Reden der Ministerpräsidenten. Seehofer stimmt alle gleich richtig ein: „Gegen meine Ansprache ist das Alte Testament ein friedlicher Liebesroman,“ um dann gegen Feind und Freund auszuteilen. Natürlich wurden auch aktuelle Themen zur Sprache gebracht, beispielsweise „Wie viel PS muss eine Tiefkühl-Lasagne haben, um als Fast-Food zu gelten?“ oder die auf einem Kompliment beruhende Sexismusdebatte, deren Auslöser in Bayern ehe kaum einer verstehe.

„Den Ministerpräsidenten aller jemaligen Bayern“ – Edmund Stoiber – konnte auch die falsche Rede nicht schocken, „er könne ja frei reden.“ Und so fuhr plötzlich der Transrapid von Buchloe über München nach Berlin und machte den Länderfinanzausgleich damit überflüssig. Dieser ist ja auch nur dafür da, damit in Berlin bayerisches Geld im Flughafen verbrannt wird. Auch der Kauf der „Hypo-Alptraum-Aderlass“ geschah nur, damit die roten Zahlen in Bayern bleiben, statt nach Berlin zu gehen. Die Begeisterung des Publikums gipfelt in einem vielkehligen „JA!“ auf die Frage, ob Stoiber Bayernpräsident werden solle – eine Stelle über Seehofer, aber unter Hönneß.

Nach gut zwei Stunden Programm durften die sechs Künstler erst nach einer Zugabe von der Bühne und stellten sich danach noch, ganz als Star zu  Anfassen, dem Publikum für einen kleinen Plausch oder eine Autogrammkarte.