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Bockbierfest in Westernach

Fastenzeit und Bockbier gehören einfach zusammen. Einen Anlass diese Verbindung zünftig zu begehen, bot das traditionelle Bockbierfest in Westernach, das am 17. März im Vereinsheim gefeiert wurde. Die Beliebtheit dieses Events ließ sich gut an der Anzahl der freien Plätzen abschätzen – es gab nämlich keine.

Mit den Stück „Grüß Gott, Ihr Freunde“ begann der Musikverein den Abend. Nach der Begrüßung durfte dann der Erste Bürgermeister Dr. Stephan Winter zur Tat schreiten und ein kleines Fässchen des Storchen Meister Adebar anstechen. Nach nur zwei Schlägen saß der Hahn und das Bier konnte fließen. Das Publikum stärkte sich derweil mit einer kräftigen Brotzeit. Den Service am Abend übernahmen in wunderbarer Weise die Damen vom Schützenverein.

Ebenso wie der Fassanstich hat das Derblecken seinen Platz auf den Starkbierfesten der Fastenzeit. Auch in Westernach wurde mit scharfer Zunge so manche Begebenheit ausgewertet. Als erste kamen die „armen“ Zahnärzte an die Reihe – Puffertag, Wochenendzuschläge und das Problem, dass ganz Geld auszugeben. „Gott sei Dank bin ich kein Zahnarzt“, so lautete der Titel des zugehörigen  musikalischen Beitrags.

Der Musikverein unterhielt die Gäste zwischen den Einlagen mit zünftiger Blasmusik und half auch mit, den Musikantenstadl mit Andi Borg, James Last und Heino zu gestalten. Hier wurde pointiert auf Kamerageilheit und Jugendwahn bei der Partnerwahl einiger Prominenter aufs Korn genommen.

Am späteren Abend wandte sich dann die Betrachtung lokaleren Problemen zu. Vater und Sohn unterhielten sich über die Politik und wie diese gesteuert wird. Politiker gleichen doch den Marionetten der Augsburger Puppenkiste, beide würden schließlich an Strippen geführt. Solarpark oder Biotop, in der Frage habe sich ja sogar der grasgrüne Stadtrat gegen das Biotop entschieden. Doch die Mindelheimer werden gewarnt – wenn da oben alles abgeholzt wird, werden die Krähen wieder nach Mindelheim ziehen.

Beim Auftritt von Sergej und Murat ging es dann für den Stadtrat richtig zur Sache. „Dieda, dieda, dieda – für Jugend ist der Stadtrat nie da!“, so der Tenor ihres Liedes. Wenn beim Fasching im Forum der Einlass erst ab 18 ist, feiere die Jugend halt auf dem Marktplatz. Sergej, der sein Geschäft vom „Stadl“ zum Schwimmbad verlagert hat und Murats Unterstützung vom Wertstoffhof aus erhält, verteilten beim Verlassen des Saal noch kleine Werbegeschenk – Tütchen mit dem Aufdruck „Junge Weiber und auch >>Stoff<< gibt’s ab jetzt im Wertstoffhof“

Die Tagesschau mit viel Lokalkolorit beschloss dann die Einlagen des sehr vergnüglichen Abends, doch der Musikverein spielte noch lange weiter.