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Stadlbock in Blonhofen

Fastenzeit ist Starkbierbierzeit, doch bevor das süffige Gebräu getrunken werden kann, gilt es erst mal den Hahn in das Fass zu schlagen. So natürlich auch beim Starkbieranstich in Blonhofen – dem traditionellen „Stadlbock“. Das Stadltheater des Gasthaus Zitt war bis auf den letzten Platz gefüllt und mit Spannung erwarteten die Gäste einerseits wie viele Schläge Staatssekretär Franz Pschierer beim Anstich benötigen würde und anderseits freuten sie sich auf ein hochkarätiges Programm.

Während sich die Gäste erst mal mit einer guten Brotzeit stärkten, spielten Andi Müller & Die Stadlmusikanten zünftige Blasmusik vom Balkon des Theaters. Kurz nach 20:00 Uhr öffnete sich dann der Vorhang und „Blechragu“ mit Josef Ried übernahmen die Unterhaltung. Reichlich Pfeffer hatte die dessen traditionelle Festansprache.

Gleich bei der Begrüßung der Ehrengäste, neben Franz Pschierer waren auch Landrat Johann Fleschhut, Oberbürgermeister Stefan Bosse und Staatssekretär a.D. Josef Miller anwesend, wurde der brüchige Frieden zwischen den letzten beiden in Hinsicht auf die Krankenhaussituation im Landkreis thematisiert. Nach einem kurzen, spitzzüngigen Anriss der europäischen Schlagzeilen ging es thematisch zurück in Deutschland erst richtig zur Sache.

Wie Rainer Brüderles nach seinem Kompliment an der Bar, würde es an diesem Abend hier ob der vielen Frauen im Dirndl wohl allen an den Kragen gehen.  Denn „Wie heißt ein Spruch im Bayernland: Der Maßkrug und das Dirndlg’wand müssen voll sein bis zum Rand“. Weitere scharfsinnige Betrachtungen gab es über die Personalkrise der FDP, das Berliner Flughafenprojekt, Kanzlerkandidaten und Landtagswahl, um nur einige zu nennen. Allerdings hatte Josef Ried auch eine Lösung parat. Er empfahl allen Großkopferten: „Trinkt Starkbier, das macht euch g’scheit!“

Damit dies auch in die Tat umgesetzt werden konnte, schritt dann Franz Pschierer zur Tat und benötigte nur zwei Schläge, um das Fass anzuzapfen. Zum Probieren des Biers kam direkt hochkarätiger Besuch ins Stadltheater. Der  Kabarettisten Wolfgang Krebs kam in der Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Bühne. Ihr folgten im weiteren Verlauf Horst Seehofer, Christian Udo und Edmund Stoiber – bei allen imitierte Krebs die persönlichen Marotten so ausgezeichnet, dass man wirklich glauben konnte, die jeweilige Person stände auf der Bühne.

Insbesondere in der Rolle von Edmund Stoiber brillierte der Kabarettist. Geschickt imitierte er dessen „besonderen Redestil“. Jeder Versprecher, jedes verdrehte Wort erhielt dabei einen tieferen Sinn und sorgte für herzliche Lacher. Auch programmatisch konnte „Stoiber“ die Blonhofener auf seine Seite ziehen. Kein Allgäuer Geld soll durch den Länderfinanzausgleich nach Berlin fließen, um dort im Flughafen verbrannt zu werden. Dafür wird aber eine Transrapidstrecke Blonhofen-Berlin eingerichtet. So schallte ihm dann auch auf die abschießende Frage, ob er Bayernpräsident werden soll, eine „Position zwischen Seehofer und Hoeneß“, ein vielkehliges „Ja“ entgegen.