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Infoveranstaltung zum Thema Mobbing

Am 26. Februar wurde in der Aula der Mittelschule Buchloe eine Informationsveranstaltung zum Thema „Mobbing bei Kindern und Jugendlichen“ durchgeführt. Sie war Teil der Vortragsreihe Elternforum und wurde vom Kinderschutzbund, der Jugendsozialabeit an der Mittelschule, der Schulsozialarbeit Grundschule und dem Stadtjugendpfleger zusammen ausgerichtet.

Das dieses Thema hochaktuell ist und viele Eltern interessiert, konnte man an den reichlichen Besuchern des Abends gut ablesen. Fälle wie der „Facebook-Mord“ in den Niederlanden oder der „Freitod“ der Kanadierin Amanda Todd, die es in die Medien schaffen, sind nur die kleine Spitze eines großen Eisbergs. Gut sechzig Personen nahmen das Informationsangebot im Rahmen des Elternforums des Deutschen Kinderschutzbundes, Ortsverband Buchloe, wahr.

Der Referent des Abends war der Diplomsozialpädagoge Frank Schallenberg, der unter anderem als ehrenamtlicher Mobbingberater beim Jugendinformationszentrum München tätig ist. Er erläuterte eineinhalb Stunden lang prägnant und eindringlich, aber ohne Plattitüden  den Mobbingprozess, ging auf Opfer, Täter und die schweigende Masse ein und gab auch Tipps, wie Eltern und Lehrer Mobbing erkennen und auch bekämpfen können.

Mobbing ist Gewalt

 Dabei sinkt das Alter der jüngsten Betroffenen immer weiter ab. Schallenberg identifizierte als ein Grund für den Anstieg der Fallzahlen den gesellschaftlichen Wandel und die damit verbundenen Unsicherheiten bei den Kindern, wie man sich bei sozialen Konflikten korrekt verhält. Ein Indiz für diesen Wandel ist auch der Umgang mit Schimpfworten: „Ein Fünfjähriger bringt heute aus dem Kindergarten Schimpfworte mit, die früher erst von einem Dreizehnjährigen gehört wurden.“

Dabei stellte er klar, dass Mobbing eine Form der Gewalt darstellt, auch wenn in nur wenigen Fällen körperliche Gewalt ausgeübt wird. Bei allen Fällen gibt es klar definierte Täter, Opfer und auch die soziale Gruppe, die das Mobbing durch Zu- und Wegsehen erst ermöglicht.

 Jeder kann Opfer werden

Besonders betonte er, dass die Ansicht, dass Opfer hätte durch sein Verhalten oder ähnliches das Mobbing zu mindestens begünstigt, nicht als Ausrede gelten darf. Das auslösende Moment für Mobbing ist immer das Täterverhalten. Dabei können verschiedenste Dinge als vorgeschobener Grund für den Beginn des Mobbingprozesses benutzt werden: Körperlichkeiten, Aussehen, Interessen oder auch soziale Aktivitäten, wie die Funktion als Streitschlichter in der Schule. „Es reicht heute in der 8. Klasse schon, sich nicht für Popmusik zu interessieren, um als Opfer >>ausgesucht<< zu werden.“

Eltern sollten hellhörig werden, wenn bei ihren Kinder plötzlich gravierende Verhaltensänderungen oder die schulischen Leistungen wegbrechen. Dabei kann nach Aussage Schallenbergs der Mobbingprozess nie allein durch das Opfer beendet werden. Es ist immer die Einbeziehung des Täter und auch der sozialen Gruppe nötig, um den Mobbingprozess zu bearbeiten und aufzulösen.

In der anschließenden Diskussions- und Fragerunde vertiefte Frank Schallenberg dann noch die Punkte, die die Zuhörer besonderes interessierten und gab Anregungen, wie konkrete Sachverhalte angegangen werden könnten.