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„Der Rote Faden“ – Vernissage für alle Sinne

Eine eigene Ausstellung ist für jeden Künstler immer etwas Besonderes und so war auch bei Andrea Bogner und Brigitte Schön kurz vor Beginn ihrer Vernissage eine gewisse Anspannung zu spüren. Am Abend des 16. Juni eröffneten die beiden Künstlerinnen die Präsentation ihrer Bilder in der Säulenhalle in Landsberg am Lech. Durch den Abend führt in wunderbarer und humorvoller Weise Ulla Müller, die derzeit “Bayern 1 am Vormittag” moderiert.

“Das wird heute keine Vernissage, auf der sich Kunstkenner und Kritiker über die Bilder unterhalten,” stellte sie das Konzept der Veranstaltung vor, “sondern hier wird für alle Sinne etwas geboten.”

Die Wände der Säulenhalle waren mit Bildern verschiedener Größen, Farben und Techniken geschmückt und in der Mitte des Raums wartete ein verhülltes Kunstwerk auf seine Enthüllung. Die gezeigten Bilder vermittelten dabei einen Einblick in die vielfältigen Schaffensperioden der Künstlerinnen. Sie reichten von eher gegenständlicher Malerei bis zu abstrakten mono­chromatischen Bildern. Alle gemeinsam war aber die Ausstrahlung von viel Lebendigkeit und Lebensfreude.

Neben den farbenfrohen Bildern erlebten die zahlreichen Besucher auch eine Videopräsentation zu den Klängen von „Shine on you crazy diamond“ von Pink Floyd. Dieses Opus wurde von der Huber & Schwarz Band live auf einer kleinen Bühne gespielt. Die Band sorgte auch für die weitere musikalische Untermalung der Veranstaltung. Ihre Auswahl an Songs aus den 60er und 70er Jahren passte mit ihrer Komplexität und der spürbaren Kreativität dieser Zeit hervorragend zu den ausgestellten Kunstwerken.

Das Gespräch mit den Künstlern gehört aber natürlich genauso zum Abend und so entlockte Ulla Müller den beiden einige Informationen über ihre Arbeitsweisen und ihr Herangehen ans Malen, das durchaus unterschiedlich ist. Mit viel Humor antwortete Andrea Bogner augenzwinkernd auf die Frage “Andrea, wann wusstest Du, das dieses Bild fertig ist?” – “Da hat nichts mehr draufgepasst.” um danach zu ergänzen, dass ein Bild erst dann fertig ist, „wenn es nichts mehr von mir will.“

Doch nicht nur Bleibendes wurde an diesem Abend präsentiert. Frau Bogner, die in Buchloe ein Haarstudio betreibt, präsentierte auch kunstvoll arrangierte Hochsteckfrisuren an acht Modellen, wobei sie den letzten Schliff im Rahmen der Präsentation vollendete. Diese Modelle hatten dann die Ehre bei einem weiteren Höhepunkt des Abends zur Tat schreiten zu dürfen. Sie enthüllten die Skulptur des “Seelentreibgutengels”. Diese ehemalige Schaufensterfigur wurde mit Farben, Federn und Muscheln zu einem Kunstwerk umgestaltet, nachdem es auch schon den einen oder anderen Besucher im Hause Bogner erschreckt hatte. Die Künstlerin sagt zu diesem Werk mit Gummistiefeln und Netz: „Irgendwie muss sich dieser Engel noch entscheiden auf welchem Weg er weitergehen will… genau so soll sich der Betrachter seinen eigen Weg in diesem Kunstwerk suchen“

Neben dem Sehen und Hören wurden bei dem “Gesamtkunstwerk für die Sinne” auch Geruchs- und Geschmacksinn durch Fingerfood und Getränke betört. Für den noch fehlenden fünften Sinn, das Fühlen, empfahl Ulla Müller, “sich einen Freiwilligen unter den Besuchern zu suchen.”

Nach der offiziellen Präsentation nahmen die Besucher dann die Gelegenheit wahr, sich die Bilder genauer anzuschauen. In entspannter Atmosphäre wurde dabei viel fachgesimpelt und angeregte Unterhaltungen geführt.

Natürlich dient eine solche Ausstellung auch dem Verkauf von Bilder und einige wechselten gleich am Abend der Vernissage ihren Besitzer.