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Die Huber&Schwarz Band rockt das Kolpinghaus

„Rocking in the free World“ – Diesen Titel von Neil Young hat die Huber & Schwarz Band als Motto für ihr Konzert im Kolpinghaus in Buchloe gewählt. Als Kontrastprogramm zum gleichzeitig laufenden Eurovision Song Contest hatten die fünf Musiker eine Mischung von progressiver Rockmusik der späten 60er und 70er Jahre im Gepäck. Locker und leger, zum Teil in kurzen Hosen, zeigten sie, wie wirklich gute Musik gemacht wird.

Ungefähr 50 Besucher waren gekommen, um sich knapp drei Stunden lang in eine Zeit zurück zu versetzten zu lassen, in der ein Song auch schon einmal länger als zehn Minuten sein konnte, weil er noch nicht in die vorgegebenen Slots der Musiksender passen musste. Verzerrte Gitarren, Schlagzeug, Bass, Keyboard und Mundharmonika – es war alles dabei, was den Sound dieser Jahre ausmachte.

Die Rolling Stones, Creedence Clearwater Revival, Velvet Underground, die Doors oder Neil Young – alles große Namen, deren Lieder von den fünf Musiker um Karl Huber interpretiert wurden. Doch die Titel, die sie sich ausgesucht hatten, waren zum großen Teil eher unbekannte, in Vergessenheit geratene,  musikalische Kleinode, die „deswegen aus der Klamottenkiste wieder herausgeholt wurden.“ Selbst die Beatles gehörten zum Repertoire – mit ihrem eher untypischen, harten Stück „Helter Skelter“.

Die Fünf präsentierten eine große musikalische Spannbreite von melodisch klar über Rock’n’Roll bis hin zu richtig „schmutzigem“ Rock. Wenn man aus dem hervorragenden Programm einige Höhepunkte herausziehen will, kommt man an „El Dorado“ von Neil Young nicht vorbei. Hier ließen Karl Huber und Werner Schwarz ihrer Gitarren förmlich singen. Gewaltige Klanggebäude entstanden bei „Shine on you crazy diamond“ von Pink Floyd, bei dem zuerst Isolde Daigeler auf dem Keyboard eine Basis aus fast schon esoterischen Klängen legte und dann nach und nach alle Instrumente einsetzten.  Oder auch „Do what you like“ von Blind Faith. Dieses Lied „strotze nur so von freien Interpretationen und trotzdem passt alles zusammen“.

Auch Fabian Schwarz an der Bassgitarre und Paul Demel am Schlagzeug trugen einen wichtigen Teil dazu bei, dass das Lebensgefühl der „Wilden Sechziger“ auf die Zuhörer übertragen wurde. Liebe, Drogen und Gewalt – die Hauptthemen der Lieder dieser Zeit gepaart mit einem Gefühl des Aufbruch auf der einen Seite und Vietnamkrieg und LSD auf der anderen, geben der Musik eine bemerkenswerte Tiefe. Und diese Tiefe wurde von der Huber & Schwarz Band hervorragend ausgelotet, wofür sie am Ende des Konzerts auch mit langanhaltendem Beifall belohnt wurden.