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Michi Marchner im Lindenberger Hirschen

Bereits zum vierten Mal war Michi Marchner zu Gast im Hirschen im Lindenberg, diesmal brachte er eine Vorpremiere seines neuen Programms „Die besten sterben jung“ auf die kleine Bühne. Seine Vorpremieren nutzt er dazu, seinem Programm den letzten Feinschliff zu geben, bevor es dann auf den großen Bühnen präsentiert wird.
Und so wirkte auch so einiges im Programm noch nicht 100% ausgereift, doch wurde man den Eindruck nicht los, dass das so geplant war, dass die Improvisation Teil des Konzepts ist. Auf jeden Fall war es gut so. Denn das Improvisationstalent ist eine der großen Stärken von Michi Marchner. Ob er wie zu Beginn den Zuschauern noch selbst die Sessel zu den besten Plätzen vor der Bühne trägt oder auf die Einwürfe des Publikums reagiert – immer schaffte er es, eine direkte Verbindung aufzubauen und alle zum Lachen zu bringen.
Zum Einstieg stellte er fest, dass nicht immer Künstler und Publikum zueinander passen, weil „die witzigste Death-Metal-Band hat verloren, wenn sie auf dem Musikantenstadl spielt, aber wir passen gut zusammen.“ Und wirklich, der mal melancholisch, mal heiter dargebotene Humor, passte gut zum Publikum in der unorthodoxen Kneipe mit Wohnzimmer-Feeling.
Michi Marchner nimmt seine Idee aus dem Leben und er erlebt wohl so einiges auf seinen Touren. Diese führten ihn durch so viele „Käffer“, dass er diesen extra ein Lied gewidmet hat. 1966 in Schwabing geboren und schon früh zur Straßenmusik gekommen, gab es viel zu erzählen. Von seinen Anfängen mit der Gitarre am Lagerfeuer, wo alle guten Mädels vergeben waren, wenn er dann seine Gitarre weglegen wollte. Von den „Blockwartsynapsen“, die dafür sorgen, dass sich 60% der Leute noch nicht mal daran erinnern können, an einem Straßenmusiker vorbeigegangen zu sein. Dabei schaffte er es, den Bogen weiter zu spannen, so dass er von einem Plakat „Ich mag meinen Jäger“ über Betrachtungen zum den Sinn des Lebens bis hin zu Schamhaarfrisuren kam, ohne dass es dabei grobe Brüche gab.
Marchner begleitete sich bei seinem Musik-Kabarett gekonnt selbst auf Gitarre und Keyboard. Dabei waren sein ehrliches Liebeslied „Ich möchte wissen, wie das ist, wenn man dich küsst“ und das Titellied „Die Besten sterben jung“ sicherlich die Höhepunkte des Abends. Nach gut neunzig Minuten vom neuen Programm gab Michi Marchner dann noch vier Zugaben für das sichtlich zufriedene Publikum.